Viel neues unter Fiel

Das 0:1 gegen den 1.FC Nürnberg war in vielerlei ein Neuanfang, zumindest aus sportlicher Sicht. Gegen einen un inspirierten Gegner, die nichts mit sich und vor allem dem Ball anzufangen wussten, verlor man dennoch nicht unverdient.

Das Spiel in 164 Worten:

Dynamo überraschte neben dem Personal vor allem mit dem Matchplan und dessen Umsetzung. Dieser bewirkte das Nürnberg in Halbzeit eins, außer langen Bällen auf einen völlig abgemeldeten Ishak nicht anzufangen wusste. Einzig durch einen Abstimmungsfehler in der Dresdner Hintermannschaft wurde ein „long line“ Ball zu einer Gefahr für das Tor von Dynamo. In Halbzeit zwei stellte Nürnberg um, verstärkte das Mittelfeld und Dynamos Überzahl schwand, damit auch die Hoheit auf dem Platz. Das ausgerechnet ein diagonaler Verzweiflungsball an die Strafraumlinie und einen ziemlich guter Kopfball (welcher auch noch gerade so zwischen Torwarthandschuh und Pfosten passte) das Spiel entschied ist schade. Nürnberg erhielt nach dem schmeichelhaften 0:1 etwas mehr Raum und Kontrolle im Spiel, bestimmend für das Tempo war allerdings weiterhin Dresden. Den Takt gab das Mittelfeldquartett von Dynamo an, bis es durch Auswechslungen auseinander gerissen wurde. Das es dennoch nicht zu einem Punkt gereicht hat, lag vor allem an den qualitativ schlechten Pässen in den Strafraum und das Konè die große Chance nicht verwerten konnte.

 

Darüber sollte gesprochen werden.

SGDFCN 1Den Matchplan. Überraschung, nein Evolution im Dynamoland. Fiel überrascht in vielerlei Hinsicht. Zum einen mit der Anordnung der Spieler in einem 3-4-2-1. Mit dem Duo Burnic und Nikolaou auf der „sechs“ (welches meiner Meinung nach sehr gut abgestimmt war) und Atik und Horvath auf der „acht“. Dieses Quartett riss das Spielgeschehen an sich, bestimmend war aber vor allem die zwei „sechser“ welche sich sehr gut Ergänzten. Das offensivere Duo hatte im gegnerischen Ballbesitz die Aufgabe für Druck zu sorgen und zudem für die Tiefe der Dresdner Verteidigungslinien.

 

Zum einen ist es neu, das in Dresden eine Spielanordnung aufgrund einer taktischen Notwendigkeit heraus umgesetzt wird. Zum anderen, das die Spielfeldmitte dermaßen verdichtet wird. Alle vier Mittelfeldspieler setzen bis zur Systemumstellung die Maßgabe sehr gut um. Abstände zwischen den Spielern betrugen immer ca. 10 – 15 Meter, die Anordnung im Rechteck wurde sehr gut beibehalten, auch bei diagonalen Verschiebungen. Die wichtigste Auswirkung allerdings kamen die Nürnberger zu spüren. Das Zentrum war in Dresdner Hand, die Kontrolle über Tempo und Verlagerung lag bei Dynamo. Dies machte sich zum einen im Ballbesitz von xx% deutlich, zum anderen auch in der Pasquote von 87%. Spielten die Nürnberger aus den genannten Gründen 17% ihrer Bälle lang (47% erfolgreich) so waren es bei Dynamo gerade einmal 6% der Bälle (diese aber zu 54% erfolgreich).

SGDFCN 2Die Systemwechsel. Die zweite Überraschung, im gleichen Spiel. Fiel veränderte das System nicht nur einmal, sondern gleich zweimal und das nicht nur marginal. Mit der Auswechslung von Burnic (dafür Röser) stellte sich das System auf ein 5-3-2 um, im welchen die Überzahl im Mittelfeld zugunsten der zweiten Anspielstation in der Spitze aufgegeben wurde. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Passwege direkter und die Aktionen somit mehr auf dem Prinzip Zufall aufgebaut. Die zweite Auswechslung (Taferner für Horvath) war in den sieben Spielminuten bis zur Auswechslung von Löwe (dafür Klingenburg) eine Positionsbezogener Wechsel.

 

Nach deSGDFCN 3m letzten Wechsel stellte sich das System auf ein 4-3-3 (3-4-3) ein, indem Atik häufig auf der rechten Flanke Räume und Möglichkeiten suchte. Taferner bediente das linke Mittelfeld, während Nikolaou gewohnt defensiv zentral absicherte. Klingenburg kam hier eine Box2Box Rolle sehr nahe, wühlte er sich doch recht Eindrucksvoll in mancher Situation durch gegnerische Beine.

 

 

 

 

Moussa Konè. Der vermeintliche „Top-Stürmer“ schien wiedermal weit ab vom Schuss. Unerklärlich für mich, mit welcher Ruhe er dem Ball hinterher trabt, sobald dieser aus dem eigenen Reihen entwendet wurde. Es kann auch nicht sein Anspruch sein in jedem Spiel auf den einen Ball zu hoffen, welcher ihm eine Einschussmöglichkeit bietet. Seine schwächen Dominieren ganz klar, kein Durchsetzungsvermögen (Physis), technisch nicht versiert genug für offensive Zweikämpfe (Dribblingquote), keine nennenswerte Kopfballstärke und vor allem schlechte Entscheidungsfindung (Stellungsspiel und Abseitsquote).

Konè’s zahlen unterstreichen dies deutlich.

Das ist positiv zu erwähnen:

-Fiel scheint taktisch neue Wege zu gehen (3-4-2-1)

-es scheint Leistungsbezogen aufgestellt zu werden (Konè wird der Prüfstein)

-kontrolliertes Aufbauspiel mit wenig Fehlern

-Verdichtung im zentralen Mittelfeld, gute Staffelung

-sehr gute Kombination von Zweikampfstärke und Spielintelligenz auf der „6er“-Position mit Nikolaou und Burnic

-Innenverteidiger schienen gut abgestimmt zu sein

-Außenverteidiger auch offensiv sehr präsent (vor allem Kreuzer)

-Einbeziehung des Torhüters im Spielaufbau verbessert

-kaum Chancen zugelassen

– Spielkontrolle, bis außer in drei Situationen

 

Das ist Verbesserungswürdig:

-Spielgeschwindigkeit im Aufbau zu langsam

-Überlappung auf den Flügeln nicht forciert genug

-kaum gefährliche Bälle in den Strafraum

-Eckenausführung war sehr schlecht

-Sturmspitze ohne Verbindung zum Spiel (ob mit oder ohne Ball)

-für die geringe generische Chancenanzahl zu viele Gegentore

-kaum diagonale Bälle in die Spitze

-Flankenquote

-Zweikampfquote in der Innenverteidigung zu niedrig

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2.Bundesliga – Einstimmung auf den Beginn der Rückrunde

Das wichtigste im Fußball ist Tore zu schießen und gegnerische Tore zu verhindern. Die xG-Statistik gibt hierzu einen guten Überblick, wie viele und vor allem wertvolle Chancen ein Team erspielt und es zulässt. Damit die Statistik aussagekräftiger wird und einzelne Spiele  keinen großen Einfluss auf die Bewertung haben, betrachten wir den Schnitt der letzen fünf Spiele (durchgezogene Linie – kurzfristig) und den der letzten zehn Spiele (gepunktete Linie – mittelfristig ). Grün steht für selbst erspielte Chancen  und rot für die zugelassenen Chancen der jeweiligen Gegner.

Gute Mannschaften weisen einen konstant höheren xG im Vergleich zum xCG aus (erspielen sich als im Schnitt mehr Chancen als sie diese selber zulassen). Beim betrachten der Werte fällt auf, dass wenige Teams wesentlich mehr Chancen erspielen als erlauben, die Ausnahme der 2.Liga schlechthin, der 1.FC Köln.

Besorgniserregend sind vor allem die Werte für Duisburg, Fürth und Darmstadt.

Bochum gegen Duisburg

boc

msv

 

Magdeburg gegen Aue

fcm

aue

 

Greuther Fürth gegen Ingolstadt

sgf

fci

 

Darmstadt gegen St. Pauli

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Regensburg gegen Paderborn

ssv

scp

 

Heidenheim gegen Kiel

fch

ksv

 

Hamburg gegen Sandhausen

hsv

svs

 

Dresden gegen Bielefeld

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dsc

 

Köln gegen Berlin

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fcu

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über Aufholjagden und“über die Zeit bringer“

Anbei, auf Wunsch, eine Übersicht aller drei Profiligen. Wie viele Punkte erspielen die Mannschaften nach dem Führungstreffer oder dem ersten Rückstand.

1.Bundesliga

punkte nach führung 1bl

Borussia Dortmund ist von dem Rest der Liga am Horizont nur zu erahnen.

2.Bundesliga

punkte nach führung 2bl

Die 2.Bundesliga ist da schon ausgeglichener. Besonderheit hier sicherlich Dynamo Dresden. Nach einer Führung bisher nur zwei Punkte abgegeben, aber bei Rückstand nicht einmal gewonnen.

3.Liga

punkte nach führung 3l

Auch in Liga 3 gibt es einen Ausreißer, Osnabrück derzeit klar den anderen Mannschaften voraus.

 

Angriffseffetkivität in Liga 3 – eine Analyse zur Winterpause

Und es gibt sie doch, Statistiken für die 3.Liga. Anbei eine Übersicht über die Angriffseffektivität in einem, meiner Meinung nach, unterschätzen Wettbewerb.

Was die Grafik aussagt und wie sie zu verstehen ist.

how does it work

In Liga 3 ist die Spitze, auch was die Effektivität der Angreifer angeht, wesentlich geschlossener als in den höheren Ligen. Unter den zehn effektivsten Stürmern (gemessen an erzielten Toren, keine Elfmetertore) befinden sich sowohl aus Unterhaching (mit Hain und Schimmer), aus Karlsruhe (Pourie und Fink) als auch aus Wiesbaden (Kyereh und Schäffler) je zwei Spieler.

Die Grafiken sind je nach Platzierung der Mannschaften angeordnet.

osnabrückkarlsruheuerdingenhalleunterhachingwiesbadenmünsterrostock1860zwickaukaiserlauternwürzburglottecottbusf kölnmeppengroßaspachjenaaalenbraunschweig

Die Elf besten Torschützen der 3.Liga

(gemessen an den tatsächlich erzielten Toren aus dem Spiel heraus)

Player Team Non-penalty goals Goal conv., %
S. Hain Unterhaching 13 26.0 %
M. Pourié Karlsruher SC 11 20.0 %
D. Kyereh Wehen Wiesbaden 10 24.4 %
M. Schäffler Wehen Wiesbaden 9 25.0 %
M. Álvarez Osnabrück 6 17.0 %
A. Fink Karlsruher SC 6 21.4 %
S. Schimmer Unterhaching 7 32.0 %
C. Soukou Hansa Rostock 5 18.4 %
M. Kobylański Preußen Münster 7 9.6 %
M. Bär Aalen 7 17.1 %
R. Dadaşov Preußen Münster 7 31.8 %

 

Facts for Scouts

B. Manu (Hallescher FC) hat mit Abstand die meisten erfolgreichen Angriffsaktionen pro Spiel (10 p90). M. Fetsch (Hallescher FC) hat den mit Abstand größten xG Wert aller Angreifer (xG 10,5). Kyereh (Wiesbaden) erzielte die meisten Tore per Kopf (4). M. Kobylański (Münster) schießt bei weitem am häufigsten auf das gegnerische Tor (4,42 p90). S. Bigalke (Unterhaching) ist der beste Vorbereiter (0,43 xA p90). Schon wieder B. Manu (Halle) ist der mutigste Dribbler (12,4 p90). Die meisten Ballkontakte in dem gegnerischen Strafraum weist S. Brandstetter vor (5,14 p90).

 

Torhüter in der 2.Bundesliga – eine Analyse zur Winterpause

Dieser Artikel widmet sich dem letzen Mann. In der ersten Grafik eine Gegenüberstellung welches Chancenvolumen (xCG) des Gegners die Torhüter gegenüberstehen und wie viel sie davon entschärfen.

Berücksichtigt wurden von mir alle Torhüter mit mindestens 534 Spielminuten (dies entspricht 33% der gesamt verfügbaren Spielzeit bis zum 18. Spieltag).

Was die Grafik zeigt und wie diese zu verstehen ist.

how does it work goali

Hier in der Diashow:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Unterschiede innerhalb der Liga sind teils enorm. Das Abwehrbollwerk von Union Berlin erlaubt der gegnerischen Mannschaft lediglich ein xG von 1,01 pro 90 Minuten. Gikiewitz kassiert im Schnitt aber nur 0,79 Gegentore innerhalb diesen Zeitraumes. Er ist damit deutlich über dem Schnitt (overperforming).

Am anderen Ende der Tabelle kann das Bild nicht unterschiedlicher sein. Knaller kassiert alle 90 Minuten 1,78 Gegentore, bei einer Chancenwertigkeit von „gerade einmal“ 1,56 xCG (underperforming).

Um die Analyse noch etwas zu verfeinern noch die Gegenüberstellung wie häufig ein Torhüter den Ball „sicher hat“. Auch hier gibt es große Unterschiede, Mesenhöler sichert nur jeden zweiten Ball und Himmelmann am anderen Ende mehr als 95% auf ihn abgegebenen Torschüsse.

claim punch ratio

Diese Statistik behandelt allerdings alle Schüsse als gleich aussichtsreich (alle nach dem gleichen xG), daher gibt die Statistik nur einen groben Überblick über die Fangsicherheit oder Strafraumbeherrschung der einzelnen Torhüter.

Da modernes Torwartspiel auch in der 2.Bundesliga einen Vorteil bedeuten kann eine kleine Auswertung der Passsicherheit aller Torhüter. In dieser Gegenüberstellung die durchschnittliche Passlänge und Passquote. Die Größe der Form gibt an wie häufig der jeweilige Torhüter die Pässe im Vergleich zu seinen Rivalen spielt.

pass lenght quality

Zum Abschluss eine weitere Darstellungsweise um die Torhüter untereinander zu vergleichen. Ich bin zwar kein Fan der Radar Charts, aber für eine Gegenüberstellung der Torhüterleistungen mache ich dieses mal eine Ausnahme.

radial goalie 1radial goalie 2radial goalie 3 In dieser einfachen „Radarversion“ habe ich folgende Kennzahlen gegenübergestellt: Spielminuten (min), Gegentore (cg p90), xG gegen den Torhüter (xcg p90), wie viele Schüsse er halten muss (shots p90), weiße Westen (clean), gehaltene Bälle in % (save %), wie viele Bälle er gefaustet/abgeklatscht hat (exit p90), wie viele Luftzweikämpfe der Torhüter je 90 Minuten führt (aerial p90) und wie viele er davon gewinnt in % (aerial %). Es handelt sich hierbei nicht um die exakten Werte sondern um das Verhältnis zu den anderen Torhütern. Der Bestwert ist immer 100%, der schwächste Wert 0%.

Auch in dieser Darstellung habe ich nur Torhüter unter den eingangs beschrieben Kriterien berücksichtigt.

Winterpause – Die Alterstruktur in der 2.Bundesliga

Es gibt keine jungen oder alte Spieler, nur gute und schlechte.  Otto Rehhagel

Den Altersschnitt seiner Mannschaft kennt wohl jeder Fan. Aber welcher Verein setzt mehr auf junge oder doch erfahrene Spieler? Anbei zwei Visualisierungen um dies genauer zu beleuchten.

Was die Grafik darstellt und wie sie zu verstehen ist:

how does it work

Und nun der Vergleich für die ganze 2.Bundesliga:

2bl winterpause

Hier wird deutlich wie jung die Hamburger Mannschaft ist und wie erfahren die eingesetzten Spieler des SV Darmstadt. Die Mannschaften wurden anhand des Durchschnittsalters angeordnet. Die Ausschläge beruhen auf den Einsatzzeiten der Spieler des jeweiligen Alters.

Einen Altersschnitt der Liga gibt es im übrigen hier zu sehen. Das durchschnittliche Spieleralter aller eingesetzten Speiler beträgt 26,97 Jahren (der Einfachheit halber 27 Jahre).

2bl winterpause jahrgänge

Ganze 14,43% aller Einsatzminuten entfallen auf Spieler die 21 Jahre alt oder jünger sind. Besonders auffällig ist der Einbruch an Einsatzzeit bei Spielern ab 34 Jahren (unter einem Prozent).

Angriffseffektivität – Auswertung zur Winterpause in der 2. Bundesliga

Alles neu im Jahr 2019. Hiermit starte ich eine Serie, in der ich die Angriffsabteilungen jedes Zweitligisten genauer und in größeren Abständen (ein bis zwei Monate) unter die Lupe nehme. Es gibt Mindestanforderungen für Spieler um in dieser Auflistung geführt zu werden. So muss der Spieler mindestens ein Tor geschossen haben (Elfmeter exkludiert) und mindestens 20% der möglichen Spielzeit absolviert haben und zudem pro Spiel (90 Minuten) einen Schuss abgegeben haben . Anbei ein Chart mit Erläuterungen.

how does it work

Der 1.FC Köln mit Terodde und Cordoba stellen alles und jeden in den Schatten. Die größte Überraschung ist allerdings Glatzel (Heidenheim), welcher trotz seiner geringen Einsatzzeit (nur 37% der möglichen Spielminuten auf dem Feld) eine sehr gute Torquote und Chancenverwertung vorweisen kann. Im weiterem Verfolgerfeld befinden sich neben Diamantakos (St. Pauli) auch noch Lasogga (HSV) und Polter (Union). In der zweiten Tabellenhälfte führt Testroet (Aue) die Liste der effizienten  Angreifer unangefochten an.

koe xg

hsv xg

fcsp xg

fcu xg

ksv xg

fch xg

scp xg

boc xg

ssv xg

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aue xg

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msv xg

fcm xg

fci xg

Ihr habt Fragen, Anregungen oder Wünsche? Hinterlasst mir gerne ein Kommentar, entweder hier oder auf Twitter (@LudoUnited).

Vielen Dank an @experimental361 für die tolle Idee der Visualisierung.